Mediation

 

 

Moritzburg

 

 

 

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Peter Thiel

Systemischer Berater, Systemischer Therapeut / Familientherapeut (DGSF), Verfahrenspfleger (SPFW Brandenburg) und Umgangspfleger 

30.12.2013

 

 

 

Schlüsselwörter: 

Beratungshilfe, Familienrat, Interessen, Konflikt, Konfliktkommission, Maschendrahtzaun, medial - in der Mitte liegend, die Mitte bildend, median - in der Mittellinie eines Körpers gelegen, Mediane - Seitenhalbierende, Mediation, Mediator, Prozesskostenhilfe, Schlichtung 

 

 

 

 

 

Der Kampf ums Recht

"Das Ziel des Rechts ist der Friede, das Mittel dazu ist der Kampf ... Das Preisgeben eines verletzten Rechts ist ein Akt der Feigheit, der der Person zur Unehre und dem Gemeinwesen zum größten Schaden gereicht, der Kampf um das Recht ist ein Akt der ethischen Selbsterhaltung, eine Pflicht gegen sich selbst und die Gemeinschaft."

von Ihring: "Der Kampf ums Recht", Vortrag vor der Wiener juristischen Gesellschaft, 1872

zitiert nach: Christoph Althammer: "Mediation als prozessuale Last"; In: "Juristenzeitung", 2/2006, S. 71

 

 

 

 

Das Problem ist Vertrauen.

"Ich habe einen lieben Freund, der in Marrakesch aufgewachsen ist. Das Haus seiner Familie stand an der Straße, die das jüdische vom arabischen Viertel trennt. Als Jung spielte er mit allen anderen, hörte, was sie dachten und sagten, und lerne von ihren grundverschiedenen Sichtweisen. Als ich ihn einmal fragte, wer recht habe, sagte er: ´Sie haben beide recht.`

`Aber das kann nicht sein`, wandte ich vom aristotelischen Standpunkt aus ein. `Es kann doch nur einer recht haben`

`Nicht Wahrheit ist das Problem´, sagte er ´Das Problem ist Vertrauen.`

Heinz von Förster: "Ethik und Kybernetik zweiter Ordnung"; In: Watzlawick, Paul; Nardone, Giorgio: "Kurzzeittherapie und Wirklichkeit"; Piper Verlag, München, 1999 , S. 84 

 

 

 

Unter Mediation versteht man ein lösungsorientiertes Verfahren zur gemeinsamen Klärung und Lösungsfindung durch die beteiligten Parteien unter Beteiligung eines neutralen Dritten - dem Mediator. 

Der Mediator steht - dem Ursprung des Wortes nach - in der Mitte zwischen den beiden Streitparteien. Wem das gelingt, der kann sich mit Recht Mediator nennen, wem dies nicht gelingt der mag zwar eine Ausbildung zum Mediator haben, ist aber keiner, sondern ist parteiisch. 

Ganz wird es natürlich keinem Menschen gelingen, unparteiisch, neutral, in der Mitte zu sein. Um diese Ziel hundertprozentig zu erreichen, dazu bräuchte es einen seelenlosen Computer, doch wer will sich schon von einem Computer bei der Lösung wichtiger Konflikte begleiten lassen.

Dem Mediator kommt die Aufgabe zu, den Mediationsprozess zu strukturieren. Ein Mediationsverfahren kann einen relativ stark strukturierten Aufbau haben. Der Mediator kann aber auch sehr zurückhaltend und flexibel tätig werden.

Der Mediator hält sich bei der Lösungserfindung zurück, denn nicht er, sondern die beiden Konfliktparteien sollen die Lösung erfinden. 

Die Lösung des Konfliktes soll durch die Beteiligten selbst erarbeitet werden. Innerhalb der Mediation kann als Ergebnis auch eine mündliche oder schriftliche Vereinbarung zwischen den Beteiligten getroffen werden.

Für eine Mediation sollten die Beteiligten nicht über zu große Machtunterschiede verfügen, da ansonsten die stärkere Machtposition von der einen Partei ausgenutzt werden kann, eine faires Miteinander außer Kraft zu setzen und dem anderen die eigenen Vorstellungen überzustülpen. Auch eine eingeschränkte Kommunikationsfähigkeit eines oder aller Beteiligter ist ein Hindernis für eine Mediation.

Der Mediator ist kein Schiedsrichter und auch kein Therapeut, wenngleich in einer guten Mediation auch therapeutische Effekte eintreten können. Dies ist nicht verwunderlich, denn ein gut gelöster Konflikt wirt sich positiv auf das Wohlbefinden der Konfliktparteien aus

Die Auseinandersetzung mit Gefühlen, Emotionen und Gefühlsbeziehungen der Beteiligten, steht bei der Mediation nicht im Vordergrund. Dies ist eher Aufgabe einer Familientherapie, Paartherapie oder Einzeltherapie.

Mediation arbeitet auf konkrete Vereinbarungen hin. Stellt sich die Interessenslage der Konfliktbeteiligten als unvereinbar heraus, wird eine Mediation an ihre Grenzen stoßen. Hier ist gegebenenfalls ein Beschluss des Gerichtes notwendig, um von oben herab den Konfliktparteien Grenzen und Bedingungen zu diktieren.

Mediation kann nur aktuelle Konflikte lösen. Sie gibt bei stark feindlichen Beziehungsaspekten zwischen den Konfliktparteien diesen in der Regel nicht die Kompetenzen Konflikte zukünftig konstruktiv auszutragen, da Mediation nicht an den versteckten und "unsichtbaren" Gründen des Beziehungskonfliktes arbeitet.

 

 

Mediatives Herangehen ist in der Praxis von Familienrichtern inzwischen häufiger anzutreffen als früher. Gleichwohl scheint besteht bei einem Teil der Familienrichter noch ein erheblicher Fortbildungsbedarf zu bestehen, zum einen um die immer noch vielfach vorhandene starke Fixierung auf traditionelle juristische Entscheidungsformen, wie z.B. Sorgerechtsentzug nach §1671 BGB, die ein Denken in Richtig oder Falsch, Entweder-Oder, Gut oder Böse, Schwarz oder Weiß zugrundelegen und meinen, durch eine juristische Entscheidung würde das Richtige getan, und zum anderen aber auch bei den an Mediation interessierten Richtern die eigenen Kompetenzen hinsichtlich der Nutzung der Mediation zu erweitern.

 

"Mediation hat es in der Rechtspflege auch deshalb schwer, weil, es von einem Konflikt- und Kommunikationsverständnis ausgeht, das gegenüber der konventionell-juristischen Perspektive auf anderen Prämissen und Maximen beruht. Die traditionelle, juristische Sichtweise basiert auf einer überwiegend negativen und starren Definition und ignoriert dabei die Konflikten immanenten Systemprozesse und Entwicklungsdynamiken. Konflikte resultieren häufig aus unterschiedlichen Wahrnehmungen und Missverständnissen. in Konflikten ist die Kommunikation mit der anderen Konfliktpartei zumeist gestört oder abgebrochen. Die Parteien nehmen oft gegensätzliche Positionen ein, ohne die diesen Standpunkten tatsächlich zugrunde liegende Interessen in den Blick zu bekommen, im gerichtlichen Verfahren wird die antagonistische Konflikthaltung der Streitparteien aufgrund der normativ geforderten Reduzierung der Komplexität und damit der Ausblendung der für die Streitparteien relevanten sozialen und ökonomischen Lebenszusammenhänge sowie der Retrospektivität und binären Struktur der Entscheidungen noch verstärkt. Das kontradiktorische Streitverfahren kann die erlebte Konfliktwirklichkeit in der Regel nicht abbilden und ist deshalb für eine Konfliktlösung nicht geeignet. Gerade deshalb kann es hilfreich sein, Dritte einzuschalten, nicht um den Streit entscheiden zu lassen, sondern um das Gespräch wieder in Gang bringen, um Sichtweisen und Interessen zu klären, um neues Vertrauen zu entwickeln, um sich auf neue, kreative, vielleicht auch ungewohnte Lösungsoptionen einzulassen. Statt auf die (vermeintliche) Objektivität des Rechts und eine (vergebliche) Wahrheitssuche vertraut Mediation stärker auf das dynamische, von Fairness geprägte Verfahren. Im Mittelpunkt stehen die für die Bearbeitung des Konfliktes notwendige konstruktivistische Rekonstruktion der erlebten Wirklichkeit sowie die systemische Betrachtungsweise konflikthafter Beziehungen. Die Parteien sollen darin unterstützt werden, ihre eigenen (mitunter verborgenen) Interessen wahrzunehmen, zu artikulieren und gleichzeitig sich zu öffnen für ein vertieftes Verstehen der Wünsche, Bedürfnisse und Empfindungen der anderen Seite. Es geht also um eine Balance von Selbstbehauptung und Wechselseitigkeit."

Thomas Trenczek: "Streitregelung in der Zivilgesellschaft. Jenseits von Rosenkrieg und Maschendrahtzaun", In: "Zeitschrift für Rechtssoziologie", 2005, Heft 2, S. 238/39

 

 

 

Seit der Einführung des Gesetz über das Verfahren in Familiensachen und in den Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit am 01.09.2009 ist die Mediation bezüglich strittiger Anträge im familiengerichtlichen Verfahren nunmehr offizieller Bestandteil zur Herstellung einer einvernehmlichen Regelung zwischen den streitenden Parteien.

 

 

Gesetz über das Verfahren in Familiensachen und in den Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit

§ 156 Hinwirken auf Einvernehmen

(1) Das Gericht soll in Kindschaftssachen, die die elterliche Sorge bei Trennung und Scheidung, den Aufenthalt des Kindes, das Umgangsrecht oder die Herausgabe des Kindes betreffen, in jeder Lage des Verfahrens auf ein Einvernehmen der Beteiligten hinwirken, wenn dies dem Kindeswohl nicht widerspricht. Es weist auf Möglichkeiten der Beratung durch die Beratungsstellen und -dienste der Träger der Kinder- und Jugendhilfe insbesondere zur Entwicklung eines einvernehmlichen Konzepts für die Wahrnehmung der elterlichen Sorge und der elterlichen Verantwortung hin. Das Gericht soll in geeigneten Fällen auf die Möglichkeit der Mediation oder der sonstigen außergerichtlichen Streitbeilegung hinweisen. Es kann anordnen, dass die Eltern an einer Beratung nach Satz 2 teilnehmen. Die Anordnung ist nicht selbständig anfechtbar und nicht mit Zwangsmitteln durchsetzbar.

(2) Erzielen die Beteiligten Einvernehmen über den Umgang oder die Herausgabe des Kindes, ist die einvernehmliche Regelung als Vergleich aufzunehmen, wenn das Gericht diese billigt (gerichtlich gebilligter Vergleich). Das Gericht billigt die Umgangsregelung, wenn sie dem Kindeswohl nicht widerspricht.

(3) Kann in Kindschaftssachen, die den Aufenthalt des Kindes, das Umgangsrecht oder die Herausgabe des Kindes betreffen, eine einvernehmliche Regelung im Termin nach § 155 Abs. 2 nicht erreicht werden, hat das Gericht mit den Beteiligten und dem Jugendamt den Erlass einer einstweiligen Anordnung zu erörtern. Wird die Teilnahme an einer Beratung oder eine schriftliche Begutachtung angeordnet, soll das Gericht in Kindschaftssachen, die das Umgangsrecht betreffen, den Umgang durch einstweilige Anordnung regeln oder ausschließen. Das Gericht soll das Kind vor dem Erlass einer einstweiligen Anordnung persönlich anhören.

http://www.gesetze-im-internet.de/famfg/__156.html

 

 

 

Das Familiengericht kann eine Mediation anordnen, aber nicht mit Zwangsmitteln durchsetzen. Dies heißt, eine unmittelbare Pflicht der Beteiligten zur Teilnahme an einer Mediation besteht nicht. Gleichwohl gebietet es die Fürsorgepflicht der Eltern, bzw. anderer Sorgeberechtigter gegenüber dem Knd, die Teilnahme an einer Mediation ernsthaft zu prüfen. Ein Elternteil, der sich ohne Nennung anerkennenswerter Gründe strikt weigert auch nur einen einzigen Mediationstermin wahrzunehmen, wird sich dem nicht unbegründeten Vorwurf ausgesetzt sehen, das Wohl des Kindes aus den Augen verloren zu haben.

 

 

Will das Familiengericht, dass die Eltern eine Mediation zwingend wahrnehmen, so ginge dies nur auf indirekten Wege, wenn andernfalls eine Kindeswohlgefährdung zu befürchten ist. Nach §1666 BGB hat das Gericht, die für die Abwendung der Gefährdung des Kindeswohls notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, wozu eben auch die Auflage an die Eltern gehören kann, eine Mediation, ein Kommunikationstraining oder an ähnlichen konfliktlösungsorientierten Verfahren teilzunehmen. Eine Nichtteilnahme kann dann vom Gericht als eingeschränkte Erziehungsfähigkeit des betreffenden Elternteils gewertet werden und gegebenenfalls Auswirkungen auf sorgerechtliche Anordnungen des Gerichtes haben, so etwa die Anordnung einer Ergänzungsflegschaft für den Teilbereich der elterlichen Sorge, die dieser Elternteil nicht in der Lage ist, angemessen auszuüben.  

 

 

§ 1666 BGB (Gerichtliche Maßnahmen bei Gefährdung des Kindeswohls)

(1) Wird das körperliche, geistige oder seelische Wohl des Kindes oder sein Vermögen durch mißbräuchliche Ausübung der elterlichen Sorge, durch Vernachlässigung des Kindes, durch unverschuldetes Versagen der Eltern oder durch das Verhalten eines Dritten gefährdet, so hat das Familiengericht, wenn die Eltern nicht gewillt oder nicht in der Lage sind, die Gefahr abzuwenden, die zur Abwendung der Gefahr erforderlichen Maßnahmen zu treffen.

(2)... (3)... (4)...

 

 

 

 

 

Beratungshilfe und Prozesskostenhilfe und die Finanzierung von Mediation

Das Jugendamt ist verpflichtet, bei Notwendigkeit die Kosten für eine notwendige Mediation zu übernehmen. Manche Jugendämtern richten sich jedoch bei der Gewährung notwendiger Hilfen nach Kassenlage ihrer Kommune oder tragen trotzu gegenteiliger Feststellungen des Familiengerichts vor, die Hilfe wäre nicht notwendig. Gegen eine abschlägige Entscheidung des Jugendamtes zu einem Antrag auf Kostenübernahme für eine notwendige Mediation sollte daher Klage vor den Verwaltungsgericht erwogen werden.

Denkbar ist auch, im Rahmen von Prozesskostenhilfe, die Kosten für eine Mediation durch die Justizkasse zu übernehmen. Für die Steuerzahler/innen ist es ohnehin unerheblich, ob die Kosten auf dem Etat des Jugendamtes oder dem der Justizkasse aufgebracht werden.

 

Vergleiche hierzu:

Übernahme der Kosten für eine Mediation im Rahmen von Prozesskostenhilfe

AG Eilenburg Beschluss vom 23.04.2007

 

 

 

 

Mediation statt Beratungshilfe

In den Rechtsantragstellen verschiedener Amtsgerichte, so etwa in Berlin, ist man inzwischen dazu übergegangen, keine Beratungshilfescheine mehr auszugeben, wenn es für die Ratsuchenden möglich ist, sich zu dem interessierenden Themenbereich wie etwa Probleme bei der Wahrnehmung des Umgangs- und Sorgerechts, auch an anderer Stelle als bei einem Rechtsanwalt zu informieren. Dies hat zudem den Vorteil, dass das aus wirtschaftlichen Gründen oft vorhandenen Eigeninteresse des Anwaltes an einer Aufrechterhaltung des Konfliktes, hier umgangen wird.

Der oder die Ratsuchende kann sich  in einer Vielzahl von Themen beim Jugendamt oder einer der vielen Familienberatungsstellen informieren oder beraten lassen. Es besteht auch die Möglichkeit, dass - ganz im Sinne des Subsidaritätsprinzips - eine Beratung, Vermittlung oder Mediation mittels einer Kostenübernahme durch das nach SGB VIII leistungsverpflichtete Jugendamt durch eine andere geeignete externe Stelle vorgenommen wird, so etwa durch freiberufliche Mediatioren oder Familienberater.

 

 

 

 

 

Gutachter und Mediation

Führt ein Gutachter im Rahmen eines gerichtlichen Beweisbeschlusses eine Mediation durch, so ist dies in der Regel eine Rollenvertauschung, denn wenn der Familienrichter einen Mediatior hätte einsetzen wollen, so hätte er dies getan und nicht in altbacken traditioneller Weise einen Gutachter mit der Beantwortung einer "Beweisfrage" beauftragt.

Wird in einer richterlichen Beweisfrage, was leider noch sehr oft vor kommt, selektionsorientiert nach dem "besseren" Elternteil gefragt, sollte man das Angebot eines Gutachters Mediation zwischen den Parteien zu übernehmen, ablehnen, weil ein Mensch nicht gleichzeitig unparteilich und parteilich sein kann. Ein Mediator soll - dies entspricht seiner Rollendefinition - unparteilich sein, dies verträgt sich nicht mit einer selektionsorientierten Auftragsübernahme als Gutachter.

Erklären sich beide Eltern dennoch dazu bereit, mit einem Gutachter zusammenzuarbeiten, so ist es natürlich einem Gutachter unbenommen und sicher auch begrüßenswert, einen mediativen Arbeitsstil an den Tag zu legen.

Beauftragt das Gericht gegen den Willen der oder eines Beteiligten einen Gutachter mit der Wahrnehmung einer Mediation sind Komplikationen sicher vorprogrammiert . So möglicherweise im Fall Görgülü passiert:

http://www.vafk.de/themen/Tagebuch/TB060310.pdf

 

Im übrigen dürften in hochkonflikthaften Fällen auch Mediatoren ohne eine geeignete zusätzliche familientherapeutische Qualifikation oft hoffnungslos überfordert sein, da ihnen auf Grund ihrer mediativ fokussierten Arbeitsweise der Zugang zu bestimmten nichtmediativen aber dennoch lösungsorientierten Interventionen versperrt sein kann.

 

 

 

Mediation ist eher ungeeignet bei gefühlsmäßig relativ starken Verstrickungen wie schwere Kränkungen, erhebliche Gewalterfahrungen, chronifizierte und hasserfüllte Kommunikation, aktuelle oder zurückliegende unaufgearbeitete Traumatisierungen, Persönlichkeitsstörungen eines oder aller Beteiligen. In solchen Fällen sollte - wenn möglich - mit den Beteiligten familientherapeutisch gearbeitet werden. Ist dies nicht möglich, so sollte insbesondere bei familienrechtlich ausgetragenen Kämpfen der Konfliktparteien (Eltern) vom Gericht ein Elternschiedsrichter oder Ergänzungspfleger (Umgangspfleger, Sorgerechtspfleger) eingesetzt werden, der durch das ihm übertragene Bestimmungsrecht für eine Deeskalation des Konfliktes sorgt, ohne dass dabei jedoch die Lösung des Konfliktes selbst zu erwarten ist, für die die Streitparteien aus unterschiedlichsten Gründen nicht bereit oder nicht zu gewinnen sind.

 

 

Es gilt unter Mediatoren als allgemeiner Glaubensatz, dass eine Mediation nur dann durchgeführt werden soll, wenn die Beteiligten während dieser Zeit auf rechtliche Auseinandersetzungen verzichten. Tun die Beteiligten dies nicht, so wird die Mediation in der Regel abgebrochen. Warum dass so sein soll wird jedoch nicht einsichtig. Im Gegenteil, es erscheint sehr unprofessionell, Menschen, die vielleicht noch durch die Mediation erreicht werden können, vor die Tür zu setzen. Dies wird um so unverständlicher, als bei Eltern immer auch deren gemeinsame Kinder von dem ungelösten Konflikt der Eltern betroffen sind und die Mediatoren, so nicht nur die Eltern, sondern auch die Kinder im Stich lassen. 

Bei dem von uns angebotenen mediativen Verfahren wird daher zwar den Beteiligten empfohlen, rechtliche Auseinandersetzungen möglichst nicht zu führen, tun die Beteiligten dies aber dennoch, so ist das für uns kein Grund unsere Hilfe einzustellen.

 

 

 

 

 

Unser Angebot:

 

Wir bieten Ihnen die Möglichkeit der Inanspruchnahme von Mediation. 

Je nach Wunsch und gesicherter Kostenübernahme arbeitet eine weibliche oder männliche Fachkraft allein mit den Parteien oder aber zwei Fachkräfte gemeinsam. Bei der Tätigkeit von zwei Fachkräften arbeiten wir immer im gemischgeschlechtlichen Team. Eine Besetzung mit zwei weiblichen oder zwei männlichen Mediatoren, wie es andernorts üblich ist, halten wir in der Arbeit mit gemischtgeschlechtlichen Parteien für unprofessionell.

 

 

 

 

Kosten:

Preis und Zeitdauer nach Vereinbarung. Die Kosten orientieren sich am Einkommen.

Kosten für Sitzungen mit zwei Mediatoren (Mann - Frau) kosten das Doppelte. 

Beim zuständigen Jugendamt kann eine Kostenübernahme beantragt werden. Eltern, Kinder und Jugendliche haben nach dem Kinder- und Jugendhilfegesetz ein Wunsch- und Wahlrecht hinsichtlich des Anbieters notwendiger Jugendhilfeleistungen, insofern dieser über die notwendigen fachlichen Voraussetzungen für die Übernahme der Aufgabe verfügt und keine unverhältnismäßig hohen Kosten entstehen.

 

Gegebenenfalls ist auf Antragstellung auch eine Kostenübernahme für die Mediation im Rahmen von Prozesskostenhilfe durch das Familiengericht möglich.

 

Vergleiche hierzu:

Übernahme der Kosten für eine Mediation im Rahmen von Prozesskostenhilfe

AG Eilenburg Beschluss vom 23.04.2007

 

 

 

 

 

 

Ihre Ansprechpartner:

 

Peter Thiel

Familienberater, Systemischer Berater,  Systemischer Therapeut / Familientherapeut (DGSF)

 

 

Simone Hollstein

Diplom-Pädagogin, Systemische Beraterin und Therapeutin / Familientherapeutin

 

 

 

 

Die Beratungszeiten:

In der Regel werktags 13 bis 19 Uhr (nur nach telefonischer Voranmeldung). Bei Notwendigkeit auch zu anderen Zeiten oder Sonnabends.

 

 

 

 

Die Bürozeit

 

Montags bis Freitag

von 10 - 12 Uhr 

unter (030) 499 16 880 

 

Außerhalb der angegebenen Bürozeit unregelmäßig oder über Funk zu erreichen.

 

Funk: 0177-6587641

E-Mail: info@system-familie.de

Internet: www.system-familie.de

 

 

 

 

Die Adresse:

 

Beratungspraxis

Wollankstr.133, Seitenflügel, 2. Obergeschoss, 13187 Berlin (Nähe Breite Straße, Rathaus Pankow)

Bus 107, 155, 250, 255; Tram M 1 (aussteigen Rathaus Pankow); S-Bahnhof Wollankstraße, 15 Minuten Fußweg oder U- und S-Bahnhof Pankow, 20 Minuten

 

 

 

 

 

 

Post bitte an:

 

Peter Thiel

Beratungspraxis

Wollankstr.133

13187 Berlin

 

 

 

 

 

Literatur:

Christoph Althammer: "Mediation als prozessuale Last"; In: "Juristenzeitung", 2/2006, S. 69-76

Constanze Curtius;  Renate Schwarz: "Verordnete Mediation - ein Erfahrungsbericht"; In: "Familie, Partnerschaft, Recht", 2004, Heft 4, S. 191-196

Ulla Gläßer: Mediation und Beziehungsgewalt. Möglichkeiten, Bedingungen und Grenzen des Einsatzes von Familienmediation bei Gewalt in Paarbeziehungen. Diss. Europa-Univ. Viadrina Frankfurt (Oder) 2007, 1. Auflage., April 2008, Nomos

Ulrich Goll: "Wie viel Freiheit benötigt, wie viel Zwang verträgt die Mediation"; In: "Anwaltsblatt", 5/2003, S. 274-276

Arndt Linsenhoff: "Trennungsmediation und Emotion", In: "Familiendynamik", 01/2004, S. 54-65

Lambert Löer: "Richterliche Mediation. Möglichkeiten der Einbindung vom Mediation in das Gerichtsverfahren am Beispiel des Zivilprozesses", In: "Zeitschrift für Zivilprozess", 2006, Heft 2, S. 199-210

Doris Morawe: "Mediation unter Einbeziehung von Kindern"; In: "Spektrum der Mediation", I / 2007, S. 9-10

Olaf Schulz: "Familienmediation im `Zwangskontext` - ein exemplarischer Praxisfall", In: "Spektrum der Mediation", I / 2007, S. 41-43

Thomas Trenczek: "Streitregelung in der Zivilgesellschaft. Jenseits von Rosenkrieg und Maschendrahtzaun", In: "Zeitschrift für Rechtssoziologie", 2005, Heft 2, S. 227-247

Harald Vogel: "Das Hinwirken auf Einvernehmen in strittigen Kindschaftssachen"; In: "Zeitschrift für das gesamte Familienrecht", 22/2010, S. 1870-74

Sybille Vosberg; Katerina Rockstroh: "Gerichtsnahe Mediation"; In: "Familie, Partnerschaft, Recht", 1-2/2007, S. 1-2

 

 

 

Urteile:

Übernahme der Kosten für eine Mediation im Rahmen von Prozesskostenhilfe

Amtsgericht Eilenburg - 2 F 168/07 - Beschluss vom 20.04.2007

Veröffentlicht in "Zeitschrift für das gesamte Familienrecht", 19/2007, S. 1670-71

 

 

 

Adressen:

 

Bundes-Arbeitsgemeinschaft für Familen-Mediation e.V.

BAFM

c/o Christoph C. Paul

Olivaer Platz 15

10707 Berlin

Telefon: +49 (0)30 236 28 266

Fax: +49 (0)30 214 17 57

Internet: www.bafm-mediation.de

E-mail: bafm-mediation<at>t-online.de

Internet: http://www.bafm-mediation.de

 

 

Integrierte Mediation e.V.

Im Mühlberg 39

57610 Altenkirchen

Tel.: +49 (0)2681 986257

Fax.: +49 (0)2681 986275

http://www.in-mediation.eu/

 

 

Koordinierungsstelle für gerichtliche Mediation 

c/o Landgericht Berlin

Littenstraße 12-17

10179 Berlin

Tel (030) 9023-2101/02

mail: lennart.holldorf@lg.verwalt-berlin.de

 

 


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