Fortbildung
Systemisch-lösungsorientierte Arbeit im Kontext familiengerichtlicher Verfahren

Fortbildung
Systemisch-lösungsorientierte Arbeit im Kontext familiengerichtlicher Verfahren
Stand 31.01.2012
Die interdisziplinäre Fortbildung wendet sich an Fachkräfte aus familiengerichtlich tangierten Arbeitsfeldern wie Sozialpädagogen und Sozialarbeiter, Diplom-Pädagogen, Psychologen, Familientherapeuten, Psychotherapeuten, Familienrichter, Rechtsanwälte, Verfahrensbeistände, Umgangsbegleiter, Umgangspfleger / Ergänzungspfleger, Vormünder, Mediatoren und andere Interessierte, die über einschlägige berufliche Kompetenzen und Interessen verfügen.
Der Schwerpunkt der Fortbildung liegt im Erwerb von Kompetenzen für eine Tätigkeit als lösungsorientierter Sachverständiger. Neben seiner Schwerpunktsetzung auf die Qualifizierung als lösungsorientierter Sachverständiger ist die Fortbildung durch ihren interdisziplinären und ganzheitlichen Ansatz auch ausgerichtet auf einen erfolgreichen Einsatz als Verfahrensbeistand, Umgangspfleger, Ergänzungspfleger oder Vormund.
Die Fortbildung zieht ihren Erfolg auch aus der aus verschiedenen Berufshintergründen zusammengesetzten Ausbildungsgruppe. Durch die verschiedenen Sichtweisen und Berufshintergründe entstehen beachtliche Synergieefffekte, die für die eigene Tätigkeit in der Praxis genutzt werden können.
Die Teilnehmerzahl der einjährigen Fortbildung ist auf 16 Teilnehmer/innen beschränkt.
Der Beginn der Fortbildung ist für Juni 2012 geplant.
Die Fortbildung ist selbsterfahrungsorientiert und auf die in der Praxis auftretenden und zu lösenden Fragen bezogen. Die Teilnehmer können unter Beachtung des Datenschutzes Probleme und Fragen aus ihrer laufenden familiengerichtlich bezogenen Tätigkeit in die Fortbildung einbringen, die dann innerhalb der Gruppe angesprochen und bearbeitet werden.
Die gesamte Fortbildung besteht aus zwei Blöcken zu je vier 2-tägigen Seminaren.
Die an einer zukünftigen Tätigkeit als lösungsorientierter Sachverständiger interessierten Teilnehmer werden schon im Einführungsseminar ermutigt, erste Bewerbungen bei den Familiengerichten zu starten oder anderweitig mit der Arbeit im familiengerichtlich konotierten Arbeitsfeld zu beginnen, um so innerhalb der Fortbildung den Praxisbezug aller Teilnehmer zu sichern. Die Teilnehmer werden auch ermutigt, im Einzugsbereich ihres Wohnortes, Familie-, Trennungs- und Scheidungsberatung freiberuflich anzubieten, da diese Arbeitsfelder in einem inhaltlichen Zusammenhang mit der Arbeit im familiengerichtlichen Kontext stehen und überdies in einer späteren Tätigkeit als Sachverständiger eine einseitige finanzielle Abhängigkeit vom Auftraggeber Familiengericht sowie eine bei Berufgutachtern oft anzutreffende zunehmende Betriebsblindheit vermieden wird.
Letztlich entscheidet der verfahrensführende Familienrichter für welchen Fall er welche ihm kompetent erscheinende Person einsetzt. Daher ist es auch Teil unserer Fortbildung, bei den Teilnehmern die je speziellen Kompetenzen herauszuarbeiten, zu stärken und zu entwickeln und diese für die Praxis nutzbar zu machen.
Daraufhin erfolgende Beauftragungen seitens der Familiengerichte werden - bei Beachtung des Datenschutzes - in der Fortbildung fachlich begleitet und in der Fortbildungsgruppe supervidiert.
Parallel zur Fortbildung wenden die Teilnehmer ihre neu erworbenen Kompetenzen in der Praxis an. Erweiterung des Lernens am Modell in der Fortbildungsgruppe durch das Prinzip Learning by Doing.
Jedes der zweitägigen Seminare besteht aus einen Tag Einführung in das Thema. Am zweiten Tag werden im Rahmen der stattfindenden Supervision Praxisfälle bearbeitet.
Jeder Seminarblock wird von einem speziell für das jeweilige Thema eingeladenen Dozenten gestaltet. Zusätzlich wird der Leiter der Fortbildung Peter Thiel bei jedem Seminarblock anwesend sein und als Moderator und Koreferent für die Gruppe zur Verfügung stehen.
Für die Teilnahme an den ersten vier Ausbildungsblöcken erhalten die Teilnehmer/innen eine Teilnehmerbescheinigung.
In der Regel können alle Teilnehmer aus dem ersten Fortbildungsabschnitt auch den zweiten Fortbildungsabschnitt absolvieren. Über Ausnahmen entscheidet das Fortbildungskollegium. Ausnahmen können gegeben sein, wenn ein Teilnehmer im ersten Ausbildungsabschnitt deutliche persönliche oder fachliche Schwierigkeiten gezeigt hat. In einem solchen Fall läge es auch im wohlverstandenen Interesse des Teilnehmers, die erhebliche persönliche und fachliche Anforderungen stellende Tätigkeit im Kontext familiengerichtlicher Verfahren nicht auszuführen.
Nach erfolgreicher Teilnahme an allen acht Ausbildungsblöcken erhalten die Teilnehmer eine Zertifizierung als "Systemisch-lösungsorientierter Sachverständiger" / "Systemisch-lösungsorientierte Sachverständige".
Die Teilnehmer/innen haben sich Kompetenzen, Fähigkeiten und Wissen angeeignet, die es ihnen ermöglichen, erfolgreich als systemisch-lösungsorientierte Sachverständige im familiengerichtlichen Kontext zu arbeiten.
Seminarthemen:
1. Einführungsseminar
Im Einführungsseminar erhalten die Teilnehmer/innen einen ersten Überblick über das Feld Systemisch-lösungsorientierte Arbeit im Kontext familiengerichtlicher Verfahren, also der relevanten Akteure im Feld unserer Arbeit. Akteure im relevanten Feld sind handelnde Personen wie Eltern, Kinder, familiäres Subsystem, Berater, Gesetzgebung und Richterrecht, Familiengericht, Familienrichter, Rechtsanwälte, Verfahrensbeistände, Jugendamtmitarbeiter, Gutachter, Umgangs- und Ergänzungspfleger, Vormünder, etc. pp.
Das Seminar gibt einen Überblick über die die systemische und konstruktivistische Sicht und ihre Anwendbarkeit auf das Feld systemisch-lösungsorientierte Arbeit im Kontext familiengerichtlicher Verfahren.
Das Seminar führt ein in die Grundgedanken systemischen Arbeitens soiw den Radikalen Konstruktivismus (Watzlawick). Konstruktion von Wirklichkeiten erster und zweiter Ordnung. Konstruktion und Dekonstruktion von Wirklichkeit zweiter Ordnung. Konstruktion von Wirklichkeit im Kontext familiengerichtlicher Verfahren.
Das Seminar zeigt den Unterschied auf, zwischen statusdiagnostischer Arbeit als Versuch der Konstruktion von Wirklichkeit durch einen behaupteten Wahrheitsanspruch und systemisch-lösungsorientierte Arbeit, als einer professionellen Haltung lösungsorientierter Arbeit mit Wirklichkeiten zweiter Ordnung.
Im Seminar lernen sich die Teilnehmer kennen, stellen sich der Gruppe in ihrer beruflichen Motivation und ihrem beruflichen Wirken vor.
Das Seminar dient der Entscheidungsfindung, über eine verbindliche Teilnahme an den nachfolgenden Seminarblöcken. Um Interessenten die Teilnahme am Einführungsseminar zu erleichtern, haben wir die Kosten für das Einführungsseminar von 200,00 € auf 160,00 € reduziert.
2. Einführung in das Familienrecht. Sorgerecht, Umgangsrecht, Verfahrensrecht, Umgangs- und Sorgerechtspflegschaft, Ordnungsmittel, Zwangsvollstreckung, etc. im Kontext Systemisch-lösungsorientierter Arbeit.
3. System- und lösungsorientierte Tätigkeit von Sachverständigen im Auftrag des Familiengerichtes. Einführung in die Tätigkeit des systemisch-lösungsorientierten Sachverständigen und Unterschiede zu traditioneller statusdiagnostisch verstandener Gutachtertätigkeit.
Zu rechtlichen Aspekten einer systemisch-konstruktivistisch ausgerichteten Sachverständigentätigkeit im familienrechtlichen Verfahren.
4. Berufsfelder innerhalb des familienrechtlichen Verfahren, Gemeinsamkeiten und Abgrenzungen.
- Familienrichter
- Familienberater / Familientherapeut
- Mediator
- Umgangspfleger
- Ergänzungspfleger (Einzelpflegschaft und Amtspflegschaft)
- Rechtsanwalt
- Sachverständiger
- Verfahrensbeistand
- Vormundschaft (Einzelvormund und Amtsvormund)
- Rolle und Funktion der Sozialpädagogen im Helfersystem
- Rolle und Funktion der Sozialpädagogen im Jugendamt
- Fragen der Vergütung oder des Honorars in der Arbeit im Kontext familiengerichtlicher Verfahren
5. Die Trennungsfamilie aus systemischer Sicht. Trennungsdynamik und Konflikteskalation. Fachliche Arbeit in hochkonflikthaften Familiensystemen. Kindeswohlgefährdung aus systemischer Sicht. Der Eintritt der Trennungsfamilie in das familiengerichtliche Verfahren. Systemische Sicht auf die Familie und das aktivierte Helfersystem im familiengerichtlichen Verfahren.
Diagnostik im Kontext familiengerichtlicher Verfahren. Status- und Testdiagnostik als Konstruktion von Wirklichkeit zweiter Ordnung mit Suggestionscharakter des Erkennens von Wirklichkeit.
6. Entwicklungspsychologie des Kindes- und Jugendlichenalters und ihre Relevanz für das familiengerichtliche Verfahren. Persönlichkeitspsychologie des Erwachsenenalter.
7. Interventionen innerhalb und außerhalb des familiengerichtlichen Verfahrens. Chancen und Risken aus systemischer Sicht.
- Familienberatung, Mediation, Familientherapie
- Familienberatung und Familientherapie im familiengerichtlichen Zwangskontext
- Begleiteter Umgang
- Elternschiedsrichter
- Ergänzungspflegschaft (Umgangspflegschaft, Sorgerechtspflegschaft)
- Sorgerechtsentzug
- Vormundschaft
- Ordnungsmittel
- Sorgerechtsentzug nach §1666 und 1666a BGB
- Strafrecht
8. Vertiefung zum systemisch-lösungsorientierten Ansatz im Familienrecht am Beispiel von typischen hochstrittigen oder hochproblematischen familienrechtlichen Konflikten bei denen Sachverständige bestellt werden.
- Loyalitätskonflikte
- Elternentfremdung und Kontaktabbruch
- Sorgerechtsstreit als verschobener Paarkonflikt
- Kindeswohlgefährdung
- Häusliche Gewalt
Kosten
Die Kosten des zweitägigen Einführungsseminars betragen 160 €.
Die Kosten der nachfolgenden Seminarblöcke belaufen sich auf jeweils 240 €.
Zusätzlich entstehen Kosten für die Unterbringung und Verpflegung in einem Tagungshaus in der Nähe von Berlin, die von den Teilnehmern direkt mit dem Tagungshaus abgerechnet werden.
Ausbildungsleitung:
Peter Thiel
Familienberater, Systemischer Berater und Therapeut / Familientherapeut (DGSF); Verfahrensbeistand (§158 FamFG), Umgangspfleger (§1909 BGB), langjährige Erfahrung in der Familien-, Trennungs- und Scheidungsberatung
No Name
Systemische Einzel-, Paar- und Familientherapeutin
Gastdozenten:
No Name - Familienrichter/in
No Name - Rechtsanwalt
Kontakt:
Montags bis Freitag
von 10 - 12 Uhr
unter (030) 499 16 880
Beratungspraxis Wollankstraße 133
Außerhalb der angegebenen Bürozeit bin ich nur unregelmäßig zu erreichen.
Funk: 0177-6587641
E-Mail: info@system-familie.de
Internet: www.system-familie.de
Postadresse
Peter Thiel
Beratungspraxis
Wollankstr.133
13187 Berlin